Förderkonzept

Zur Entstehung

 

Das Ministerium für Schule, Kinder und Jugend hat folgenden Gesetzesrahmen vorgegeben:

(2) Die Klassen 1 und 2 werden als Schuleingangsphase geführt. Darin

werden die Schülerinnen und Schüler nach Entscheidung der Schulkonferenz

entweder getrennt nach Jahrgängen oder in jahrgangsübergreifenden

Gruppen unterrichtet. Die Schulkonferenz kann frühestens nach vier Jahren

über die Organisation der Schuleingangsphase neu entscheiden. Die

Schuleingangsphase dauert in der Regel zwei Jahre. Sie kann auch in einem

Jahr oder in drei Jahren durchlaufen werden.

(3) Die Klassen 3 und 4 sind aufsteigend gegliedert. Sie können durch Beschluss

der Schulkonferenz auf der Grundlage eines pädagogischen Konzeptes

mit der Schuleingangsphase verbunden und jahrgangsübergreifend

geführt werden. § 82 Abs. 2 bleibt unberührt.

 

Die Höchstverweildauer in der Schuleingangsphase ist auf drei Jahre begrenzt. Der Besuch des dritten Jahres wird nicht auf die Dauer der Schulpflicht angerechnet.

 

Die Schulkonferenz der Wilbrandschule Clarholz hat am 7. Juli 2004 beschlossen, dass bis zum 1.2.2005 ein Förderkonzept erarbeitet wird. Die Schulkonferenz beschloss zweitens, dass die Jahrgangsklassen erhalten bleiben, solange dies der gesetzliche Rahmen ermöglicht.

Das Förderkonzept wurde im Schuljahr 2015/16 aktualisiert.

 

 Leitidee

 

 

Ziel des Förderkonzeptes ist es, allen Schülerinnen und Schülern entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse und Begabungen zielgerichtete Förderung zukommen zu lassen.

 

 

Jedes Schulkind will erfolgreich sein, will anerkannt und emotional angenommen werden. Jeder Schüler und jede Schülerin verlangt nach individueller Aufmerksamkeit, bei je unterschiedlichen Begabungen und Bedürfnissen.

Die Heterogenität der Gesellschaft ist eine Tatsache, an der die Schule nicht vorbeigehen kann. Die Grundschule muss daher so gestaltet sein, dass alle Kinder ihre Schullaufbahn erfolgreich bewältigen.

Der Unterricht in der Schule muss die Schüler in die Lage versetzen, sich neues Wissen selbstständig anzueignen und planvoll zu bearbeiten. Das ist nur möglich, wenn vom 1. Schultag an grundlegende Arbeits- und Lerntechniken eingeübt werden, die die Grundlage für ein selbstständiges und eigenverantwortliches Arbeiten bilden.

Der pädagogische Ansatz des dynamischen Förderkonzeptes ist gekennzeichnet durch Prävention und Integration.

Die präventive Förderung einzelner Kinder in Kleingruppen kann das Versagen von Kindern abfangen.

Die integrative Organisation aller Fördermaßnahmen durch Teamteaching

in der Eingangsstufe ermöglicht eine Intensivierung des Unterrichts bei heterogener Unterrichtsgestaltung, d.h. der Umsetzung offener Lernformen, die in unserem Schulprogramm verankert sind.

Aufgrund wechselnder Stundenkontingente ist der Personaleinsatz im Team keine feste Größe, sondern muss in jedem Schuljahr entsprechend der organisatorischen und personellen Möglichkeiten immer wieder neu entschieden werden.

Die enge Zusammenarbeit der Lehrer in der Jahrgangsstufe sichert Absprachen zu Inhalten, Methoden und zur Leistungsfeststellung.

Der Klassenverband ist die wichtigste soziale Bezugsgröße für unsere Schülerinnen und Schüler. Alle Kinder sollen gemeinsam lernen.

Unsere ersten Klassen liegen auf einer Ebene im ersten Stock. Es stehen zudem drei Gruppenräume zur Verfügung. Im größeren Gruppenraum steht das Fördermaterial für das erste Schuljahr. Der Übergang von einer zu anderen Klasse ermöglicht eine schnelle Bildung klassenübergreifender Kleingruppen.

Jede Klasse verfügt über eine Materialecke zu den Fächern, die Klassenbücherei–Kiste und Spiele zur Förderung basaler Fähigkeiten.

 

Grundlagen des Förderns und Forderns

 

 

Bedeutung der schulärztlichen Untersuchung

Die schulärztliche Untersuchung der Kinder findet in der Regel in den Kindertageseinrichtungen statt. Kinder, die keinen Kindergarten besuchen, erhalten einen Untersuchungstermin im Gesundheitsamt. Bei der Lernanfängeranmeldung geben die Eltern der Schule schriftlich das Einverständnis, mit dem Kindergarten über den Entwicklungsstand des Kindes zu sprechen. Nach der schulärztlichen Untersuchung erhält die Schule einen Kurzbericht über jedes Kind und hat Gelegenheit, mit der Schulärztin persönlich zu sprechen.

 

Bedeutung der Einschulungskonferenz und des Schulfähigkeitsprofils in Kooperation mit den Tageseinrichtungen für Kinder

Nach der Anmeldung Anfang November besucht zunächst die Schulleitung die Kindergärten, um die ersten Informationen und Einschätzungen über die neuen Kinder zu erhalten. Danach werden die Kinder, die nach schulärztlicher Sicht noch Auffälligkeiten in den verschiedenen Bereichen der Schulfähigkeit haben, noch einmal in die Schule eingeladen.

Bei Bedarf kann die Spiel- und Lernzeit auch im Kindergarten stattfinden, da so die Kinder in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können.

 

Inhalte der Spiel- und Lernzeit (Dauer: 1/2 Std.):

 

Die Aufgaben kommen aus folgenden Bereichen

- Wahrnehmung

- Aufmerksamkeit und Konzentration

- Feinmotorik und Grobmotorik

- Sprachentwicklung

- Größenvorstellungen und Raumvorstellung

 

Nach der Spiel- und Lernzeit erhalten die Eltern eine Rückmeldung. Wenn es besondere Auffälligkeiten in einigen Bereichen gab, werden sie eingehend beraten. AO-SF’s (Anträge auf Überprüfung des sonderpädagogischen Förderungbedarfs) werden auf Wunsch der Eltern frühzeitig gestellt.

 

Die Wilbrandschule hat mit den Kindertageseinrichtungen eine gemeinsame Vorbereitung für die Einschulungsphase.

An einem Elternabend wird das Schulfähigkeitsprofil erläutert und Hinweise zu Fördermöglichkeiten gegeben.

Zusätzlich erhalten die Eltern die Informationen in schriftlicher Form.

 

 

 

 

 

 

 

Förderplanung

Die Kinder müssen angeleitet und motiviert werden, sich mit ihren individuellen Schwierigkeiten auseinanderzusetzen. Es hilft ihnen dabei ein vom Lehrer auf ihr Lernniveau abgestimmter Plan.

Er enthält Aussagen

- zu den im Planunszeitraum angestrebten Zielen.

  Diese orientieren sich an den verbindliche Anforderungen der Lehrpläne und den Mindestanforderungen für das jeweilige Schuljahr.

- zur Lernausgangslage, die gezielt im Hinblick auf die Anforderungen zu beschreiben ist.

- zu Materialien zur Förderung, z.B. die Bereitstellung spezieller Materialien und Zusatzhilfen.

 

Erstellung des Förderplans

Die Klassenkonferenz der jeweiligen Klasse erörtert die individuelle Lernentwicklung regelmäßig. Risiko-Schüler und Spitzengruppen benötigen Maßnahmen, die u. U. nicht mit den Zielen der verbindlichen Anforderungen vereinbar sind.  

Der Förderplan dient als wichtige Grundlage für die Information und Beratung der Eltern.

 

Durchführung von Fördermaßnahmen

- Fördermaßnahmen finden in jeder Stunde statt, in der das Kind an der Zielsetzung seines Förderplanes arbeitet und hierzu die jeweiligen Hilfen in Anspruch nimmt.

- Es können  auch "Förderbänder" eingerichtet werden. Hier sollen für bestimmte Problembereiche kleinere Lerngruppen gebildet werden können.

- Die Eltern werden über die Fördermaßnahmen informiert und lernen die Möglichkeiten kennen, mit denen sie ihre Kinder parallel zum Unterricht im häuslichen Bereich unterstützen können.